Motivation und Grundlagen (das Kleingedruckte)
Das Jugendhaus „compass“ befindet sich seit über 30
Jahren im Zentrum Marburgs und ist zu Fuß, mit dem Fahrrad oder
mit dem Bus, leicht zu erreichen.
Unsere Angebote richten sich in erster Linie an Schüler zwischen
13 und 19 Jahren, die sich aktiv mit sich und ihrer Umwelt
auseinandersetzen möchten und Studenten, die ehrenamtlich in den
verschiedenen Bereichen pädagogisch mitarbeiten.
Unsere Besucher sind nicht nur Konsumenten bzw. Rezipienten unserer
Arbeit, sondern gestalten die Angebote mit.
Entsprechend unserem Auftrag bieten wir den Jugendlichen
Bildungsangebote an. Bildung in der Jugendarbeit umfasst unserer
Meinung nach sowohl Anregung zur Selbstentfaltung wie auch Begrenzung
von Ansprüchen. Dort, wo Unübersichtlichkeit, Diffusität
und Entgrenzung erkennbar werden, versuchen wir Strukturbildung zu
unterstützen. Wiederum verstehen wir es auch als eine große
Chance von Jugendarbeit, gerade in dieser Phase der persönlichen
Entwicklung, Angebote so zu konzipieren, dass die Jugendlichen dazu
aufgefordert werden, Rollenmuster zu überdenken, um eventuell
alternative emanzipatorische Lebenskonzepte zu entwickeln. Wichtig ist
uns hierbei darauf hinzuwirken, dass bei Jungen und Mädchen ein
Bewusstsein für die Gleichwertigkeit der Geschlechter
gefördert wird.
Vor allem in der Jugendphase wird nach neuen Orientierungen gesucht.
Normen, Werte, Weltanschauungen und Verhaltensmuster werden auf ihre
Tauglichkeit hin überprüft und entsprechend neu ausgebildet.
Unsere Angebote und Veranstaltungen sollen hierzu Anregungen und
Möglichkeiten bieten
Der "compass" ist ein evangelisches Jugendhaus. Wir orientieren uns an
dem, was Jesus vorgelebt hat. In unserem Verständnis bedeutet das,
dass wir uns grundsätzlich den Jugendlichen, die zu uns kommen,
zuwenden. Gott ist hierfür die stärkende Kraft.
Jugendgottesdienste, die Orientierung am Kirchenjahr, mit besonderen
Aktionen, vor allem zu Ostern und Weihnachten, machen kirchliches Leben
in jugendgemäßer Weise sichtbar.
Unser wichtigstes Anliegen ist die Förderung von Jugendkultur und
außerschulischer Jugendbildung.
Wir bewegen uns mit unserer Arbeit auf dem Freizeitmarkt. Diese
Tatsache bestimmt die Erwartungen der TeilnehmerInnen ebenso, wie die
Chancen und Grenzen der pädagogischen Möglichkeiten.
Eine besondere Chance besteht darin, dass wir unsere Angebote keinem
funktional verstandenen Bildungsbegriff unterordnen müssen.
Es geht nicht um wirtschaftliche Verwertbarkeit von angeeigneten
Fähigkeiten und Fertigkeiten.
Unser Bildungsbegriff umfasst emotionales, soziales, kognitives und
religiöses Lernen gleicher Maßen.
Bildung ist in diesem Sinn kein von Anfang bis Ende steuerbarer
Prozess, dessen Ziele genauso erreicht werden, wie sie beabsichtigt
wurden. Es geht uns darum, sorgfältig die Rahmenbedingungen von
Bildungsprozessen zu arrangieren und den Prozess zu begleiten.
Unser Angebot beinhaltet auch, Jugendlichen einen Rückzugsort zu
bieten. Unsere Öffnungszeiten sollen in ihrer bereits vom vollen
Terminkalender bestimmten Welt, oft einfach eine Möglichkeit
bieten, sich zurückzuziehen oder "abzuhängen".